Entwicklung des Bullterriers und anderer Hunderassen vom Familien- und Ausstellungshund zum „Kampfhund“ in den Augen der Öffentlichkeit
Seit 1873 ist der Bullterrier in Deutschland als Ausstellungs- und Familienhund beheimatet. 1971 wurde in Deutschland ein Buch herausgegeben von Dr. Dieter Fleig mit dem Titel „Gladiatoren - Das Portrait einer faszinierenden Hundrasse“. Mit diesem Buch begann der Teufelskreis in dem wir uns noch heute befinden. Ich möchte aus diesem Buch nur einen Satz zitieren: „Der Bullterrierliebhaber muß den geschichtlichen Hintergrund dieser Rasse kennen, muß wissen, daß altes Kampfhundeblut lebhaft in seinen Adern pulst“. Zitat Ende 

In den nächsten zwei Jahrzehnten schrieb Dr. Fleig weitere Bücher, u.a. mit den Titeln  „Kampfhund I, Kampfhund II, Gladiatoren I und Gladiatoren II“.Am Ende des Buches „Kampfhund I“ veröffentlichte Dr. Fleig eine Liste mit seiner Meinung nach „Kampfhunderassen“.

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Diese Liste und Zitate aus seinen Büchern wurden von der Regierung und den Behördenvertretern in der in den 90zigern einsetzenden Debatte um eine gesetzliche Reglementierung sogenannter „Kampfhunde“ und zur Durchsetzung der jetzigen Import- und Zuchtverbote für bestimmte Rassen verwendet. 

Mitte der 80ziger Jahre wurden verstärkt sogenannte „Pit-Bullterrier“ nach Deutschland importiert, über deren Gefährlichkeit sich unglaubliche Schauergeschichten erzählt wurden. Auf Grund ihrer angeblich besonderen Gefährlichkeit interessierten sich für diese Hunde insbesondere ein Personenkreis, der vor allem durch unverantwortliche Hundehaltung auffiel, so das es mit diesen Hunden auch verstärkt zu Beissvorfällen kam.

In Ermangelung vernünftigen Fotomaterials von diesen Hunden (der Pitbull ist kein Rassehund und sein Aussehen variert zum Teil sehr stark, er sieht auf den Blick eher aus wie ein Boxer-Dobermannmix) wurde der Einfachheit halber, wenn es um einen Beissvorfall mit einem „Pit-Bullterrier“ ging, das Foto eines weißen Standart-Bullterriers mit der Überschrift „Pit-Bullterrier“ abgebildet.
 

Dieser ungewöhnlich aussehende weiße Hund mit seiner einprägsamen Kopfform (Eierkopf) und seinem kleinen dreieckigen Auge, im Volksmund wegen seines Aussehens auch als „Schweinehund“ bezeichnet, mutierte so, nicht zuletzt auch wegen der annäherden Namensgleichheit, durch die Medien, in den Augen der Öffentlichkeit zum Killerhund, zum „Prototyp der Kampfhunderassen“ wie es eine berüchtigte Boulevardzeitung schrieb!

                                                     
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Viele Züchter und die Verantwortlichen der betreffenden Rassezuchtvereine haben seinerzeit die warnenden Stimmen voraussehender Züchter und Liebhaber des Bullterrier ignoriert und entsprechende Berichte in den Medien mit dem Hinweis abgetan, das seien doch nur Sommerlochfüller und das werde sich schon wieder geben. Das diese Einschätzung von damals falsch war wissen wir heute nur zu genau. Vor allem durch die Bücher Dr. Fleigs wurden in diese Spirale des Hasses auf unsere Hunde auch der Staffordshire-Bullterrier und der American-Staffordshireterrier mit hineingezogen.

Soll dieser Wahnsinn je ein Ende finden, müßen wir unser Klage gewinnen. Wir müßen durch höchstrichterliches Urteil bestätigt bekommen, das unsere Hunde sich in ihrem Verhalten nicht negativ von anderen Rassen unterscheiden und wir müßen durch vorbildliche Hundehaltung das so sehr ramponierte Ansehen unserer Rassen in der Öffentlichkeit wieder zum Positiven verändern.

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